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Beurkundungen

Bei der notariellen Beurkundung findet vor dem Notar eine Verhandlung statt, in der die Beteiligten, in diesem Fall der Vollmachtgeber, die zu beurkundende Willenserklärung abgibt.
Während sich die öffentliche Beglaubigung nur auf die Echtheit der Unterschrift (des Handzeichens) bezieht, umfasst die Beurkundung also auch den Erklärungsinhalt.

Über den Beurkundungsvorgang wird eine Niederschrift aufgenommen, die vorgelesen, genehmigt und von dem Vollmachtgeber sowie dem Notar eigenhändig unterschrieben wird. Die Anwesenheit des/der Bevollmächtigten ist dazu nicht erforderlich.

Man erhält nach der Beurkundung sog. Ausfertigungen zugeschickt, für jeden Bevollmächtigten ein Exemplar. Nach Bedarf bekommt man jedoch so viele Ausfertigungen, wie man benötigt, bspw. eine weitere Ausfertigung für eine Versicherung.

Der Widerruf der Vollmacht ist gegenüber dem Bevollmächtigten zu erklären und hiervon sollte auch das Notariat benachrichtigt werden, damit dieses dem Bevollmächtigten keine weiteren Ausfertigungen erteilt.

Der Bevollmächtigte muss nach dem Widerruf eine ihm bereits ausgehändigte Vollmachtsurkunde an den Vollmachtgeber herausgeben. Weigert er sich, muss der Vollmachtgeber die Urkunde beim örtlich zuständigen Amtsgericht für ungültig erklären lassen.

Welche Vorteile bietet eine Beurkundung?

Die Beurkundung wird bei einer Vollmacht für vermögensrechtliche Angelegenheiten immer dann empfohlen, wenn zum Vermögen des Vollmachtgebers Immobilien gehören, denn Grundstücksgeschäfte sind beurkundungspflichtig.

Formbedürftig ist aber nur die unwiderrufliche Vollmacht zu einem Grundstücksverkauf oder -erwerb, weil der Vollmachtgeber aufgrund der Unwiderruflichkeit der Vollmacht ebenso rechtlich und tatsächlich gebunden wird wie bei dem Grundstücksgeschäft selbst.

Die hier in Frage stehenden Vollmachten werden jedoch stets widerruflich erteilt und die Widerruflichkeit einer Generalvollmacht kann ohnehin nicht, auch nicht durch den Parteiwillen, ausgeschlossen werden.

Dann aber muss die widerrufliche Vollmacht allein für einen Grundstücksverkauf oder -erwerb nicht beurkundet werden (sie muss aber öffentlich beglaubigt sein!).

Soll jedoch eine Immobilie nicht verkauft, sondern ( bspw. mit einer Grundschuld ) belastet werden, um einen Heimaufenthalt zu finanzieren, so muss zur Aufnahme des Darlehens durch den Bevollmächtigten dessen Vollmacht notariell beurkundet sein.

Der weitere Vorteil einer Beurkundung liegt darin, dass sie hohes Vertrauen im Rechtsverkehr genießt und somit bei Gerichten, Behörden und Krankenhäusern keine Zweifel an der Echtheit aufkommen lässt.

Auch muss der Notar von Amts wegen prüfen, ob der Vollmachtgeber bei Abgabe seiner Erklärung geschäftsfähig ist, so dass auch hier keine Zweifel aufkommen können, ob der Vollmachtgeber denn überhaupt noch zur Abgabe dieser Erklärung in der Lage war. Darüber hinaus ist sie immer auffindbar, da das Original beim Notar verbleibt. Dieser erteilt für die Bevollmächtigten sog. Ausfertigungen.

Ausfertigungen sind eine Abschrift der Urschrift, die mit einem Ausfertigungsvermerk versehen ist. Geht zum Beispiel eine Ausfertigung verloren oder wünscht ein Vertragspartner die Aushändigung eines Exemplars für seine Unterlagen, so kann sich Ihr Bevollmächtigter weitere Ausfertigungen vom Notariat geben lassen.

Während Sie also bei einer Beglaubigung nur ein Exemplar in Händen halten, nämlich das Original, erhalten Sie bei der beurkundeten Vollmacht so viele Ausfertigungen, wie Sie bzw. Ihr Bevollmächtigter benötigen.

Nun wäre daran zu denken, von seiner beglaubigten Vollmacht beglaubigte Abschriften zu fertigen für den Fall, dass das Original abhandenkommt oder ein Geschäftspartner ein Exemplar möchte.

Es gilt aber:
Nur die Ausfertigung einer beurkundeten Vollmacht vertritt die Urschrift im Rechtsverkehr, so dass ein Vertragspartner mithin bei Vorlage einer nur beglaubigten Abschrift einer Vollmacht das Rechtsgeschäft zurückweisen könnte wegen Nichtvorlage des Originals!

Die Beurkundung ist jedoch mit höheren Kosten verbunden. Auch hier wird, wie bei der Beglaubigung, der Wert des Vermögens zugrunde gelegt.

Beispiel: Bei einem Vermögen von EUR 200.000,00 beträgt die Gebühr derzeit EUR 178,50; das entspricht ½ der vollen Gebühr (demgegenüber entstehen für die Beglaubigung Kosten in Höhe von ¼ der vollen Gebühr).

Empfehlung:
Die Generalvollmacht mit Vorsorgevollmacht sollte zumindest beglaubigt werden. Bei größeren Vermögen empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Notar und alsdann die Beurkundung als Mittel der Wahl.

Zum einen besteht hier häufig der Wunsch nach differenzierter Gestaltung (bspw. zur Frage der Alleinvertretung oder gemeinschaftlichen Vertretung bei mehreren Bevollmächtigten, Widerrufsrecht des Ehegatten, unternehmensbezogene Ermächtigungen) und zum anderen ist hier der Bedarf an Ausfertigungen, die die Urschrift im Rechtsverkehr vertreten, in der Regel größer.

In jedem Fall sollte die Vollmacht über den Tod hinaus weiter gelten, damit sich der Bevollmächtigte nach dem Tod des Vollmachtgebers um den Nachlass und damit auch um Nachlassverbindlichkeiten kümmern kann. Denn die Erteilung eines Erbscheins an die Erben, mit dem sich diese gegenüber Gerichten, Behörden oder Banken legitimieren und damit handlungsfähig werden, kann mehrere Monate dauern.