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Überblick

Bei Begründung eines Zweit- oder genauer gesagt Nebenwohnsitzes im Ausland ist die Frage nach einem Bevollmächtigten für Vermögensangelegenheiten, anders als bei einer meist nur kurz dauernden Reise drängender, da am Ort des Nebenwohnsitzes viel mehr Rechtsgeschäfte abgeschlossen werden, als dies auf Reisen der Fall ist; denn schließlich lebt man dort.

Zu denken ist hier vor allem an den Erwerb von Grundbesitz oder die Abwicklung des Nachlasses am ausländischen Wohnsitz im Falle des dortigen Versterbens.

Getrennte Vollmachten für In- und Ausland

Sinnvoll ist es für diesen Fall, wenn sich in Deutschland noch Vermögensgegenstände befinden, wie Immobilien, Bankkonten oder Versicherungen, was in der Regel der Fall ist, eine Generalvollmacht mit Vorsorgevollmacht zu errichten.

Zusätzlich sollte dann für den Nebenwohnsitz eine zweisprachige Vorsorgevollmacht für den Gesundheitsbereich bei einer Erkrankung oder einem Unfall errichtet werden, in der die Anwendung deutschen Rechts ausdrücklich gewählt wird, was nach dem Haager Übereinkommen zum internationalen Schutz Erwachsener (ESÜ) zulässig ist.

Da andere Vertragsstaaten teilweise umfangreiche staatliche Mitwirkungsrechte nach ihren Rechtsordnungen vorsehen, anders als das deutsche Recht, ist diese Rechtswahl ratsam.

Die Vollmacht sollte dann von einem deutschen Notar ( oder Konsularbeamten im Zielland ) beglaubigt werden.

Wenn dann noch Bedarf an einer Vollmacht für Vermögensangelegenheiten im Zweitwohnsitzland besteht, wie beispielsweise für den Erwerb von Grundbesitz, kann vor Ort eine Spezialvollmacht vor der zuständigen Stelle ( zumeist Notar ) errichtet werden; damit gehen Sie auf Nummer sicher, dass auch alle rechtlichen Bestimmungen, die vor Ort gelten, in der Vollmacht mit berücksichtigt sind!